Wie wirkt sich der Inhalt meines wiss. Artikels auf meine Chancen zu publizieren aus?

Lesedauer für diesen Beitrag: maximal 4 Minuten

Häufig werde ich gefragt, warum manch ein wissenschaftlicher Artikel kaum eine Chance auf eine hochwertige Veröffentlichung in einem renommierten Journal hat. Wie Ihr Euch denken könnt, liegt es natürlich am Inhalt. Aber warum ist das so? Und welcher Inhalt ist okay und welcher eher nicht?
Die meisten Autoren beginnen ihr Schaffenswerk mit einem Artikel, in dem Sie über ein bestimmtes Thema schreiben. Sehr oft wird hier die persönliche Kompetenz zu einem bestimmten Themenbereich genommen und eine umfangreiche Zusammenfassung zu einem Thema verfasst. Das kann ein bestimmter Teil des Grundlagenteils der eigenen Dissertation sein oder ein anderes Thema, in dem eine besondere Kompetenz vorhanden ist. Diese Art des Artikel nennt man Literature Review. Hier beginnt oft bereits das Problem. In nur wenigen Fällen wird die präsentierte Zusammenfassung nach einer ordentlichen wissenschaftlichen Methodik – wie der Qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring – erstellt. Eine Zusammenfassung ohne jede weitere Methodik ist aber keine wissenschaftliche Methode!
Und selbst wenn die Erfordernisse der wissenschaftlichen Methodik beachtet worden sind, ist eine qualitative Inhaltsanalyse leider in der wissenschaftlichen Wertigkeit nicht so anerkannt, als wenn eine quantitative Untersuchung durchgeführt wurde und zum Beispiel die Ergebnisse einer statistischen Analyse publizieren werden sollen. Die Inhaltsanalyse beschäftigt sich per Definition mit den Arbeiten anderer Forscher, deren Erkenntnisse nochmals durchgearbeitet und neu interpretiert werden, bzw. zusammengefasst und neu aufbereitet werden.
Es gibt viele Journals – vor Allem die hochwertigen – welche SCOPUS oder WEB OF SCIENCE indexiert sind, die einen solchen Artikel, der “nur” die Erkenntnisse anderer Forscher aufarbeitet, nicht zur Veröffentlichung in Betracht ziehen werden. Hier gilt, je höher der Impact-Factor des Journals – also je hochwertiger eingestuft das Journal ist – umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Artikel, der nur aus einem Literature Review besteht, in diesem Journal veröffentlich wird.
Hochwertige Journals erwarten neue Erkenntnisse, die sie als Erste publizieren können. Solche neuen Erkenntnisse entstehen in der Regel eher in quantitativen Untersuchungen als in der qualitativen Forschung. Natürlich gibt es auch hochwertige qualitative Untersuchungen, welche mit bahnbrechenden neuen Erkenntnissen aufwarten können. Diese sind aber eher nicht im Bereich des Literature Reviews anzutreffen und daher werden diese Artikel oft bereits von den Editoren der SCOPUS und WEB OF SCIENCE Journals per Desk Rejection angelehnt, bevor diese Artikel überhaupt an die Reviewer weitergereicht worden sind.

Wenn Du mehr zum Thema Publizieren wissen möchtest, kann ich dir den Online Kurs “Dein wissenschaftlicher Artikel” empfehlen. Hier lernst Du die Grundlagen des wissenschaftlichen Publizierens. Darüber hinaus bietet der VIA ACADEMICA Publication Service ein Rundum Sorglos Paket zum Thema wissenschaftliches Publizieren an. Mit diesen Hilfsmitteln wird auch Dein wissenschaftlicher Artikel erfolgreich in einem Peer-Review Journal publiziert. Wir freuen uns auf deinen Artikel!

Diesen Blog-Beitrag kannst Du weiter unten auch als kurzes Video ansehen.

Mehr zu Entdecken

Wie vermeide ich Selbstplagiate?

maximale Lesedauer für diesen Beitrag: 3min Ein Plagiat ist eine ernste Angelegenheit. Jedem von uns ist klar, dass man die Erkenntnisse anderer Wissenschaftler